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OLG München – 27 U 3444/15 Bau, 032 O 60/15 LG Augsburg; Beschluss vom 03.12.2015 :


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Der Senat beabsichtigt, die Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Augsburg vom 10.08.2015 ... zurückzuweisen, weil es einstimmig der Auffassung ist, dass die Berufung offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg hat, ....
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Im Hinblick auf die Berufungsbegründung, die sich nur auf die
Abrechnung des Klägers im Zusammenhang mit der Begehung des Objekts mit einem Schimmelspürhund beschränkt, sind folgende Ausführungen veranlasst:
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Der Senat ordnet den Vertrag der Parteien ... als Dienstleistung/Beratung ein. ... Die nachfolgenden Ausführungen unterstellen die von der Beklagten favorisierte Einordnung als Werkvertrag.
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... Die Beklagte bringt vor, dass der Kläger ... geschuldet habe, Mängel festzustellen, deren Ursachen darzulegen, Mängelbeseitigungsmaßnahmen zu ermitteln und zu beziffern. Zur Verwirklichung dieses Erfolgs war aufgrund des auffälligen Geruchs der Einsatz eines Schimmelspürhunds eine zweckdienliche und sinnvolle Maßnahme mit notwendiger Teilnahme des Klägers. ...
... Vergütungsfähig ist dann auch der bei der Begehung angefallene Zeitaufwand des Klägers und damit im Zusammenhang stehende Fahrtkosten. Um eine Mängelbeseitigungsmaßnahme zu ermitteln, muss schließlich zunächst ein Mangel gefunden, dessen genaue örtliche Lage so gut als möglich eingegrenzt werden und eine Ursache ermittelt werden.
... Entgegen der Einschätzung der Beklagten war die Begleitung des Spürhunds (mit Hundeführer) und des auf den Einsatz eines Schimmelspürhundes spezialisierten Sachverständigen Dr. Führer durch den Kläger auch sinnvoll und notwendig.
Wie die Beklagte unter der Überschrift des wirtschaftlichen Vorgehens als vertragliche Nebenpflicht selbst vorträgt, oblag es dem Kläger – nach objektiven Maßstäben – zu entscheiden, welche Tätigkeiten für die Herbeiführung des Werkerfolgs notwendig und sinnvoll seien.
Der Kläger hat den Einsatz eines Schimmelspürhundes und seine eigene Begleitung des Einsatzes für sinnvoll gehalten, was nach einer objektiven Betrachtung sinnvoll ist. Der Senat stützt sich hierbei auf seine vieljährige Erfahrung als Spezialsenat für Bausachen.
Zunächst kann z. B. der mit dem Bauobjekt vertraute Architekt (der Kläger) dem auf den Einsatz des Schimmelspürhundes spezialisierten Sachverständigen Hinweise geben, wo sich aus bautechnischer Sicht am ehesten Schimmel gebildet haben könnte. Je nach Anschlagen des Hundes kann derjenige, der den Werkerfolg ... schuldet, dann insbesondere entscheiden, wo im Hinblick auf eine sinnvolle, kostengünstige Mängelbeseitigung weiter durch den Hund gesucht werden sollte. Darüber hinaus führen Fachgespräche der beteiligten Sachverständigen vor Ort regelmäßig zu zielführenderen Ergebnissen als ein fachlicher telefonischer oder schriftlicher Austausch nach einem Ortstermin. Insbesondere besteht bei nachträglichen Gesprächen auch im Hinblick auf eine Kostenbetrachtung erhebliche Gefahr, dass nochmalige Untersuchungen für erforderlich erachtet würden. Bei einer Gesamtbetrachtung ist es daher eher sinnvoll, den bautechnischen Sachverständigen als „Begleiter“ einzusetzen.
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